Entwicklungen der Kommunalen Weiterbildung in Wiesbaden erneut untersucht

Die Volkshochschule Wiesbaden (VHS) und die fünf Vorortbildungswerke (VBW) in Bierstadt, Nordenstadt-Erbenheim-Delkenheim, Klarenthal, Schierstein und Amöneburg-Kastel-Kostheim nehmen seit vielen Jahren die kommunalen Pflichtaufgaben nach dem Hessischen Weiterbildungsgesetz wahr. Dies belegt auch der dritte Fortschreibungsbericht zum „Monitoring Weiterbildung“, den das Amt für Strategische Steuerung, Stadtforschung und Statistik in enger Kooperation mit der VHS und den VBWs sowie dem Kulturamt jetzt vorgelegt hat.

Von den jährlich weit über 4.000 angebotenen Kursen zu Politik und Gesellschaft, Kultur und Kreativität, Beruf und Karriere, Gesundheit und Bewegung, Fremdsprachen sowie Studienfahrten, –reisen und vielen Einzelveranstaltungen wurden in den letzten Jahren jeweils rund 80 Prozent auch durchgeführt und von circa 50.000 Teilnehmern belegt (2013 und 2014). Etwa 60 Prozent davon entfielen auf die VHS, der Anteil der fünf stadtteilbezogenen Weiterbildungseinrichtungen ist etwas angestiegen.

 

Die fünf „kleinen Volkshochschulen“ in den Stadtteilen haben sich überwiegend positiv entwickelt. Es gibt Zunahmen der angebotenen und durchgeführten Veranstaltungen, wachsende Belegungs- und Teilnehmerzahlen, eine Ausweitung der Aktivitätsbereiche in soziale und stadtteilbezogene Projekte, vielfältige Kooperationen mit zahlreichen Vereinen, Schulen, Kirchengemeinden und anderen Organisationen vor Ort.

 

Die Besonderheit der Wiesbadener Organisation der kommunalen Weiterbildung mit einer großen und zentralen Einheit (VHS) sowie fünf dezentralen und stadtteilbezogenen Weiterbildungseinrichtungen hat sich als arbeitsteilige Kooperation bewährt. Jede Einrichtung hat ihre „Spezialitäten“ und besonderen Schwerpunktsetzungen, seien es Sprachkurse oder Gesundheits- und Bewegungskurse, Stadtteilprojekte und Engagementförderung oder Studienfahrten und –reisen. In der „AG Weiterbildung“ erfolgt regelmäßig ein Informations- und Erfahrungsaustausch, die Ergebnisse des „Monitorings“ sind dafür eine wichtige Informationsgrundlage.

 

Bedeutsam sind die fortschreitenden Verschiebungen in der Altersstruktur der VHS- und VBW-Nutzer, auf die der Monitoringbericht erneut aufmerksam macht. Anzahl und Anteile der jüngeren und zum Teil auch der mittleren Altersgruppen haben in den letzten 15 Jahren abgenommen, die der älteren Nutzer sind dagegen deutlich angestiegen. Trotz verstärkter Versuche zielgruppenspezifischer Angebote für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene verweist dies auf die Notwendigkeit der wirksameren Ansprache und Aktivierung von jüngeren und mittleren Altersgruppen, damit auch zukünftig die Weiterbildungsangebote für alle Altersgruppen („Bildung für alle“) offen stehen und diese auch Zugang finden.

 

Im Vergleich mit Darmstadt, Frankfurt, Offenbach, Stadt und Kreis Kassel, Mainz sowie mit dem Durchschnitt Hessens ergibt sich für Wiesbaden eine gute Position bezüglich der Angebots- und Weiterbildungsdichte und der Reichweite der Weiterbildung. Umgerechnet auf durchschnittliche Wartezeiten der Bevölkerung, um an einem VHS- oder VBW-Ange-bot teilnehmen zu können, müssen allerdings Relativierungen vorgenommen werden, auch im Hinblick auf die bestehenden Bedarfe verstärkter nachschulischer und berufsbezogener Bildung wie Grundbildung, Alphabetisierung sowie Sprach- und Integrationskurse.

 

Unter Finanzaspekten ist der hohe Grad der Eigenfinanzierung der Wiesbadener VHS und der VBWs hervorzuheben. Er ist in den vergangenen Jahren weiter angestiegen, auch unter dem Druck stagnierender oder rückläufiger städtischer Zuschüsse in einzelnen Jahren und des geringen Landeszuschusses für Weiterbildung in Hessen.

 

Neben den Aufgaben der traditionellen Angebotsbereiche der Weiterbildung ergeben sich zunehmend neue Aufgaben; beispielsweise die individuelle Bildungsberatung, die Vernetzung der Bildungs- und Weiterbildungsarbeit sowie der Sozial- und Stadtteilprojekte. Zudem stellen sich gegenwärtig und zukünftig vor allem auch permanente qualitative Aufgaben und Anforderungen wie Lage und Qualität eines ansprechenden und geeigneten räumlichen Angebots, Gewinnung und fortlaufende Weiterqualifizierung von Mitarbeitern und Kursleitern, positive Imagebildung und wirksame Marketingstrategien, Gewinnung und Aktivierung neuer Zielgruppen und Kundenbindung, weitere Optimierung und Professionalisierung von Geschäftsabläufen bis hin zum frühzeitigen Aufspüren relevanter neuer Trends bei Themen und Veranstaltungsformen.

 

Hintergrund:
Das „Monitoring Weiterbildung“ untersucht systematisch und vergleichend die Angebotsstrukturen nach Veranstaltungsformen (Kurse, Studienfahrten und –reisen, Einzelveranstaltungen) und nach den Fachbereichen der Kurse. Analysiert werden auch die Nutzerstrukturen der VHS und der fünf VBWs nach Geschlecht und Alter. Insgesamt wird die Leistungsfähigkeit der Wiesbadener Einrichtungen dokumentiert, auch im Vergleich mit den anderen Rhein-Main-Städten und Hessen im Gesamten. Zudem werden Veränderungen im Zeitvergleich ab dem Jahr 2000 erfasst und wichtige Finanzkennziffern ermittelt. Dieses quantitative Informationssystem, das bereits zum fünften Mal vorliegt, weist auch auf Problementwicklungen hin; es erfüllt steuerungsunterstützende Funktionen für Verwaltung und Politik sowie für die Programmplanungen der Einrichtungen selbst.

 

Interessierte finden Details des „Monitorings Weiterbildung“ in der Wiesbadener Stadtanalyse. Diese kann in der Anlage sowie im Internet unter www.wiesbaden.de/statistik kostenfrei heruntergeladen werden. Bei Rückfragen steht das Amt für Strategische Steuerung, Stadtforschung und Statistik telefonisch unter 0611 315691 oder per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. zur Verfügung.

 












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