Antrittsbesuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

Regierungssprecher Michael Bußer: „Hessen steht in den Startlöchern und bereitet einen würdigen Empfang nah am Menschen“

 

Wiesbaden. Nah am Menschen: So ist der Antrittsbesuch des neuen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier in Hessen geplant. Er bereist am 12. und 13. Juni sechs hessische Städte und wird dort in Kontakt mit rund 500 Bürgerinnen und Bürgern kommen. „Hessen steht in den Startlöchern, um dem Bundespräsidenten einen würdigen Empfang zu bereiten. Er besucht Orte der Demokratie und wird mit vielen engagierten Menschen ins Gespräch kommen, die sich für das Miteinander in unserer Gesellschaft, unser demokratisches System und die Zukunft Europas  einsetzen“, sagt der Sprecher der Hessischen Landesregierung, Staatssekretär Michael Bußer. „Wir freuen uns darauf.“

 

Das Besuchsprogramm startet am Montag, 12. Juni, im Schloss in Bad Homburg. Zu Ehren des Bundespräsidenten und seiner Frau Elke Büdenbender spielt das Landespolizeiorchester das Hessenlied. Nach der Begrüßung durch den Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier, seine Frau Ursula und Oberbürgermeister Alexander Hetjes trifft Frank-Walter Steinmeier auf etwa 70 ehrenamtlich Aktive. „Die  Bürgerinnen und Bürger aus Kronberg, Glashütten, Bad Homburg, Oberursel, Grävenwiesbach und Friedrichsdorf engagieren sich in unterschiedlichen sozialen Bereichen, die alle einen hohen Stellenwert für das gesellschaftliche Zusammenleben in einer Kommune haben“, sagt Regierungssprecher Bußer. Der Austausch mit dem Bundespräsidenten findet an sieben Tischen statt, die die Bereiche „Seniorenhilfe“, „Jugendarbeit“, „Sportverein mit Integrationsarbeit“, „Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und Sanitätsdienste“, „Dorfgemeinschaft“, „Demokratieförderung“ und „Umwelt“ abbilden.

 

In Gießen kehrt der Bundespräsident an eine alte Wirkungsstätte zurück: die Justus-Liebig-Universität. Hier hat er – wie auch Ministerpräsident Volker Bouffier – Rechtswissenschaften studiert, später promoviert und als wissenschaftlicher Mitarbeiter gearbeitet. Im Anschluss an die Begrüßung durch den Universitätspräsidenten Prof. Joybrato Mukherjee und Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz wird Frank-Walter Steinmeier mit 20 Jura-Studierenden über ihr Studium, die Demokratie und die Zukunft Europas diskutieren. „Wir leben aktuell in einer Zeit, die uns vor große Herausforderungen stellt. Natürlich fragen sich auch die Studierenden, wie fest die Fundamente unserer Demokratie sind, wie einem zunehmenden Nationalismus in Europa begegnet und wie der Zusammenhalt der europäischen Gemeinschaft gesichert werden kann“, sagt Michael Bußer. „Universitäten als Stätten der Bildung und Wissenschaft können darauf Antworten geben.“ Um persönliche Erinnerungen wird es gehen, wenn Frank-Walter Steinmeier Weggefährten begegnet, die ihn aus seiner Studienzeit kennen.

 

In Wiesbaden trifft der Bundespräsident in der Staatskanzlei die Spitzen der Verfassung zu einem kurzen Gespräch, darunter sind der Vizepräsident des Hessischen Landtags, der Präsident des Staatsgerichtshofes, die Fraktionsvorsitzenden und Mitglieder des Kabinetts. Im Anschluss wird er sich im Rathaus in das Goldene Buch der Landeshauptstadt eintragen. Am Abend empfängt Ministerpräsident Bouffier das Staatsoberhaupt im Wiesbadener Schloss Biebrich.  

 

Das Programm am Dienstag, 13. Juni, startet in Bensheim. Hier informiert sich der Bundespräsident gemeinsam mit Stefan Grüttner, Minister für Soziales und Integration, über die Arbeit des Hospiz Bergstraße. Dort werden schwerkranke Menschen aufgenommen, die nur noch eine Lebenserwartung von wenigen Wochen oder Monaten haben und in der Regel nicht mehr zu Hause betreut werden können. Rund 25 Angestellte und ehrenamtliche Mitarbeiter berichten über die ambulante und stationäre Hospizarbeit, die unter anderem medizinische Versorgung, psychosoziale Betreuung und Sterbe- und Trauerbegleitung umfasst. Dr. Wolfgang Nieswandt und Prof. Albert Mühlum vom Vorstand des Hospiz-Vereins Bergstraße moderieren das Gespräch. „Die Basis der Hospizarbeit sind die Ehrenamtlichen. In Bensheim begleiten rund 120 Freiwillige schwerstkranke und sterbende Menschen und ihre Angehörigen. Sie sorgen im Team mit den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dafür, dass Sterbende ihre letzten Tage in Würde verbringen können. Dafür gebührt ihnen großer Dank“, sagt der Sprecher der Landesregierung.  

 

In der evangelischen Kindertagesstätte „Schatzkiste“ in Darmstadt begrüßen Kinder den  Bundespräsidenten gemeinsam mit Oberbürgermeister Jochen Partsch, dem Kirchenpräsidenten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Dr. Volker Jung, und der Leiterin der Kindertagesstätte Andrea Koch. Zu Beginn wird es mit rund 90 Kindern eine gemeinsame Andacht geben. Das Thema lautet: Luther in seiner Bedeutung für die Kinder. Nach einem Mittagessen mit einigen Kindergartenkindern spricht Frank-Walter Steinmeier mit Eltern, Erziehern, dem Kirchenpräsidenten und Sozialminister Grüttner über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, frühkindliche Bildung und das Zusammenlieben in Vielfalt.

 

Die letzte Station des Besuchs ist Rüsselsheim. Auf dem Hessentag hält der Bundespräsident auf der Kommunalkonferenz in der Stadthalle eine Rede vor hessischen Bürgermeistern, Oberbürgermeistern und Landräten. Zum Abschluss besucht er die Fußballer des TV Rüsselsheim-Haßloch. Der Verein engagiert sich für die Integration von Flüchtlingen und hat eine Mannschaft für Asylsuchende aus verschiedenen Nationen gegründet, deren Anträge noch geprüft werden. Eine Mannschaft des TV Haßloch wird gegen das Team der „Neuen Rüsselsheimer“ spielen. Vertreter des Vereins, darunter der Vereinsvorsitzende Henning Heil und der Integrationsbeauftragte Thomas Baier, informieren den Bundespräsidenten über das 2015 gegründete Projekt „Integration am Ball“. „Im Sport spielen Nationalität, Hautfarbe oder Religion keine Rolle. Im Team kommt es auf jeden Einzelnen an. Das Projekt des TV Haßloch fördert die gegenseitige Toleranz und das Miteinander zwischen den ,alten‘ und den ,neuen‘ Rüsselsheimern“, lobt Michael Bußer die Integrationsarbeit.

 












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