500 Jahre Reformation

Ministerpräsident Volker Bouffier: „Epochale Veränderungen, deren Errungenschaften bis in unsere Zeit hineinwirken“

 

Wiesbaden. 500 Jahre sind vergangen, seit Martin Luther seine Thesen gegen den Ablasshandel veröffentlicht hat. Anlässlich dieses Jubiläums würdigt der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier die Reformation als ein Ereignis von weltgeschichtlicher Bedeutung und Luther als Wegbereiter einer Freiheits- und Emanzipationsbewegung. „Die Reformation hat epochale Veränderungen hervorgebracht, deren Errungenschaften bis in die heutige Zeit hineinwirken. Sie hat nicht nur unser Land verändert, sondern darüber hinaus quer über alle Kontinente hinweg Wirkung entfaltet. Ich denke an die vielfachen kulturellen Leistungen in den Bereichen Sprache, Kunst, Musik, Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft und Recht. Martin Luther ist und bleibt die zentrale Figur der Reformation. Er bereitete einem neuen Selbstverständnis und Selbstbewusstsein der Menschen den Weg. 500 Jahre Reformation sind wahrlich ein Grund zu feiern“, sagt der Ministerpräsident zum Reformationstag, der am morgigen Dienstag bundesweit einmalig als Feiertag begangen wird.

 

Martin Luther habe mit seinen im Jahre 1517 verfassten 95 Thesen gegen den Ablasshandel und andere Missstände in der katholischen Kirche den Weg der Reformation bereitet. „Fast könnte man Luther den ersten Befreiungstheologen nennen, denn die Reformation wurde zum Schlüsselereignis für die spätere Glaubens- und Gewissensfreiheit. Und das Verständnis der Kirche als einer Gemeinschaft gleichberechtigter Christinnen und Christen hatte darüber hinaus Auswirkungen für die spätere Entwicklung demokratischer Ideale“, betont der Regierungschef. Für den Weg in die Moderne seien zwar die späteren Schubkräfte der Aufklärung unverzichtbar gewesen, aber die Reformation habe diese Entwicklungen eingeleitet. „Auch deshalb ist es richtig, dass die evangelische Kirche das Wirken des Reformators und der Reformation mit dem Jubiläum wieder neu ins Bewusstsein gerufen und mit einer eigenen Dekade kräftig gefeiert hat, die mit dem bundesweiten Feiertag zum 500. Reformationstag ihren Höhepunkt hat“, so Volker Bouffier.

 

Der Regierungschef bezeichnet Hessen als ein Pionierland der Reformation. „Entscheidende Ereignisse der Reformation fanden in Hessen statt.“ Die erste reformatorische Synode in Homberg, das Marburger Religionsgespräch und die erste Konfirmation in Ziegenhain seien wegweisend gewesen. „Auf diese prägenden Ereignisse können wir in Hessen mit Stolz blicken.“

 

Der Ministerpräsident erinnert auch an das schwierige Erbe der Reformation. Dieser Tag sei ebenfalls Anlass, sich mit dem Antisemitismus Luthers kritisch auseinanderzusetzen. Auch schmerze noch immer der Bruch der Einheit der Christen, der bis heute anhalte. Das Reformationsjubiläum habe aber auch im Hinblick auf die Ökumene wichtige Akzente gesetzt. „Nach wie vor braucht es den Willen und die Fähigkeit, religiöse Konflikte zu bewältigen. Auch heute sind wir in Hessen durch unsere multikonfessionelle Bevölkerung auf ein friedliches Miteinander der Religionen angewiesen. Der Friede unter den Konfessionen und Religionen bleibt eine entscheidende Voraussetzung für das gelingende Zusammenleben“, betont Ministerpräsident Bouffier zum morgigen Festtag.

 












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